Mittwoch, 21.05.2020

Gebet

Lieber Vater im Himmel,
wir kommen zu dir.

Gemeinsam – an unterschiedlichen Orten –
halten wir inne,
nehmen uns die Zeit
dir zu begegnen.

Fülle du unser Herz,
um diesen Tag
ermutigt und befreit
anzugehen.
Amen.

Höre auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt.
Errette mich von meinen Verfolgern,
denn sie sind mir zu mächtig.
Psalm 142, 7

Vor zwei Wochen wurde ich gebeten, zu diesem Vers eine kleine Andacht auf Instagram zu machen. Ich habe direkt zugesagt, weil mich dieser Vers sofort ansprach. Wir dürfen Gott alles sagen und alles klagen. Ich kann mich an so manche Situation in meinem Leben erinnern, wo ich solche Worte – wie hier in dem Fall David – oftmals mitten in der Nacht gebetet habe. Die Verfolger in meinem Leben hatten unterschiedliche Gesichter. Mal klopfte der Tod an, mal eine Krankheit, mal waren es Konflikte mit anderen Menschen. Und ich durfte immer wieder erleben, dass Gott aus diesen Situationen herausretten kann. Dass er stärker und mächtiger ist, als das, was mich verfolgt.

Die Andacht zu dem Vers sollte ich letzte Woche machen – und war dazu nicht in der Lage. Denn letzte Woche war ich mal wieder genau in der Situation, die der Vers aus dem Psalm beschreibt. Mein Verfolger letzte Woche war dieses Virus. Dieses Virus hat mich in diesem Jahr in meinen Planungen so komplett ausgebremst, dass es Tage gibt, wo ich fast die Bodenhaftung verliere. Letzte Woche hätte ich nur weinen können. Und hätte ich ein paar Sätze zu diesem Vers sagen sollen – ich wäre mit Sicherheit in Tränen ausgebrochen.

Deshalb habe ich um Aufschub meiner Andacht gebeten. Und ich habe nachts – wie auch schon in den Wochen zuvor – immer wieder Worte, die diesem Bibelvers ähnlich sind, gebetet: „Gott, höre auf meine Klage. Errette mich von den dunklen Gedanken, die so viel Macht über mich haben. Gott, gib mir ein Zeichen deiner Nähe.“

Samstag auf Sonntagnacht las ich dann die Losung für Sonntag. Der neutestamentliche Vers für diesen Tag war mein Konfirmationsspruch und ich fragte mich spontan: „Will Gott mir damit ein Zeichen seiner Nähe geben?“ Ich wollte es gerne so verstehen und schlief etwas friedlicher ein als in den Nächten zuvor.

Neben meinem Konfirmationsspruch gibt es einen weiteren Vers in Bibel, der mir sehr wichtig ist – es ist Lukas 11, 13 – da steht: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten.“ Dieser Vers hat vor vielen Jahren dazu geführt, dass ich begonnen habe, mein Leben mit Gott zu leben. Als ich am Sonntag im Gottesdienst war, stellte ich fest, dass dieser Vers Teil des Predigttextes war. Und ich habe ihn an diesem Sonntag wieder als persönlichen Trost und Zuspruch für mich hören können. Gott rettet, er gibt Zeichen seiner Nähe, wenn wir unsere Klagen vor ihn bringen. Auch wenn es manchmal ein paar Tage, ein paar Wochen oder noch länger dauert.

Geht gesegnet und behütet in diese Tage!

Und noch ein dazu passendes Lied/Gebet: https://www.youtube.com/watch?v=Es-gnKUL3RI

Segen

Gott stellt deine Füße auf weiten Raum,
auch wenn es äußerlich eng ist.

Gott begegnet dir in der Tiefe deiner Seele,
auch wenn Ungewissheit herrscht.

Gott stärkt die Kraft deines Herzens,
auch wenn der Mut schwindet.

Gott weckt dich auf.
Er stört die Routine.
Er freut sich an dir.
Und ist dir nah.

(Segen aus der digitalen Campusandacht der CVJM Hochschule)